Eine Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit als israelischer Soldat im Libanonkrieg 1982 unternimmt der Filmemacher Ari Folman in WALTZ WITH BASHIR (Israel/D/F 2008, 16. & 19.8.) auf ästhetisch eigenwillige Art, nämlich in der wie ein Comic gezeichneten Form eines animierten Dokumentarfilms. Neben die im Rahmen der Suche nach seinen verdrängten traumatischen Erinnerungen an das Massaker von Sabra und Schatila entstandenen Bilder von Gesprächen mit alten Freunden setzt er Bilder von Alpträumen und surreale Sequenzen.
Wie zwei Freunde einander nicht mehr viel zu sagen haben, zeigt mit viel Gespür für Nuancen Kelly Reichardt in OLD JOY (USA 2005, 22. & 31.8.). Zwei Männer um die 35, die früher in einer Wohngemeinschaft lebten, verabreden sich zu einem Ausflug in den Wäldern Oregons. Während der eine sich in einer bürgerlichen Lehrer-Existenz mit schwangerer Frau und Reihenhaus eingerichtet hat, ist der andere Hippie geblieben. Melancholische Momentaufnahme, präzises Zeitbild und das Porträt einer ratlosen Generation.
Zwischen einem ausgiebigen Couscous-Essen zu Beginn, mit sprudelnden Dialogkaskaden und einem nicht enden wollenden Bauchtanz am Ende erzählt Abdellatif Kechiches LA GRAINE ET LE MULET (Couscous mit Fisch, F 2007, 29. & 30.8.) vom Traum des frisch gekündigten maghrebinischen Einwanderers Slimane, ein ausrangiertes Schiff zu einem Restaurant umzubauen, und von seinem hartnäckigen Versuch, sich eine Zukunft zu schaffen.